Die vielfältige Welt der Bakterien

Die vielfältige Welt der Bakterien

Bakterien haben häufig ein schlechtes Image. Viele Menschen verbinden sie vor allem mit Infektionen und Krankheiten. Dabei bilden Bakterien eine riesige und sehr vielfältige Gruppe von Mikroorganismen, von denen nur ein vergleichsweise kleiner Teil krankheitserregend ist.

Sie gehören zu den ältesten Lebensformen der Erde und kommen nahezu überall vor. 

Wo leben Bakterien auf dem Körper?

Der menschliche Körper bietet Bakterien an vielen verschiedenen Stellen einen Lebensraum. Sie befinden sich unter anderem:

  • auf der Haut
  • im Mundraum und auf den Zähnen
  • im Verdauungstrakt
  • auf verschiedenen Schleimhäuten

Welche Bakterien dort vorkommen, hängt stark von den Bedingungen des jeweiligen Körperbereichs ab. Auf der Haut herrschen beispielsweise andere Voraussetzungen als im Mund oder im Darm.

Warum machen uns manche Bakterien krank und manche nicht?

Bakterien unterscheiden sich deutlich voneinander. Selbst innerhalb derselben Gattung können einzelne Arten und Stämme ganz unterschiedliche Eigenschaften besitzen.

Deshalb greift die einfache Einteilung in „gute“ und „böse“ Bakterien zu kurz. Manche Bakterien können unter bestimmten Bedingungen Beschwerden auslösen, während andere ganz selbstverständlich Bestandteil der mikrobiellen Gemeinschaften unseres Körpers sind.

Auch die Umgebung spielt eine Rolle. Ein Mikroorganismus kann sich je nach Körperbereich, Menge und Zusammenspiel mit anderen Mikroorganismen unterschiedlich verhalten.

Bakterien sind Teil unseres Alltags

Bakterien begegnen uns nicht nur im menschlichen Körper, sondern auch bei der Herstellung vieler Lebensmittel. Mikroorganismen werden beispielsweise bei der Fermentation von Joghurt, Käse, Sauerkraut, Kimchi oder Kefir eingesetzt.

Dabei sorgen sie unter anderem dafür, dass sich Geschmack, Konsistenz, Säuregehalt und Haltbarkeit der Lebensmittel verändern.

Was beeinflusst die Bakteriengemeinschaften unseres Körpers?

Vor allem die Ernährung und der Lebensstil haben einen Einfluss auf die Bakterienvielfalt und -zusammensetzung im Körper. Doch auch andere Faktoren spielen eine wichtige Rolle:

  • die Industrialisierung der Landwirtschaft
  • die moderne Lebensmittelproduktion
  • der Einsatz von Desinfektionsmitteln
  • städtische Lebensstile
  • zunehmender Konsum von Antibiotika 

Diese Maßnahmen werden praktiziert, um sich vor den krankheitserregenden Bakterien zu schützen. Leider wird dabei schnell vergessen, dass nicht nur diese sondern meistens ein Großteil der Bakterien eliminiert werden.


Eine andere Perspektive auf Bakterien

Bakterien sind nicht grundsätzlich gefährlich. Ihre Eigenschaften hängen von der jeweiligen Art, dem konkreten Stamm, ihrer Umgebung und ihrem Zusammenspiel mit anderen Mikroorganismen ab.

Statt Bakterien pauschal als Krankheitserreger wahrzunehmen, lohnt sich daher ein differenzierter Blick auf ihre Vielfalt. Sie sind ein selbstverständlicher Bestandteil unserer Umwelt und unseres Körpers.

Darmwissen kompakt

Was sind Probiotika und Präbiotika?

→ Probiotika sind lebende Bakterien, die deinen Darm besiedeln. Präbiotika sind Ballaststoffe, die diese Bakterien ernähren. Für eine gesunde Darmflora sind beide wichtig.

Warum ist ein gesundes Mikrobiom so wichtig für meinen Darm?

→ Als Mikrobiom bezeichnet man die Gesamtheit aller Mikroorganismen (z. B. Bakterien oder Viren), die den Menschen oder andere Lebewesen besiedeln. Dein Mikrobiom im Darm ist so individuell wie dein Fingerabdruck und beeinflusst deine Verdauung, dein Immunsystem, deinen Stoffwechsel und sogar deine Stimmung.

Welche Lebensmittel sind besonders gut für meinen Darm?

→ Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut oder Joghurt fördern eine gesunde Darmflora. Auch gesunde Fette aus Nüssen und Samen sowie sekundäre Pflanzenstoffe können das Mikrobiom positiv beeinflussen.